Cocktails rühren oder schütteln?

  1. Cocktails rühren oder schütteln? Fast alles ist erlaubt.

    Die Geburtsstunde des Cocktails umranken viele Legenden - einen echten Fan interessieren viel mehr die schöne Farbe, der vollmundige Geschmack, die Samtigkeit oder die Power seiner Konsistenz, wenn er die Geschmacksknospen auf der Zunge kitzelt, bis sich ein Wohlgefühl einstellt, das für freudige Erregungen sorgt und für eine Geschmackssensation bis in den Magen hinab. Cocktails sind kleine sinnliche Gesamtkunstwerke, jedes ein Unikat mit einer eigenen Persönlichkeit.

    Ein Cocktail ist nie wie der andere

    Nach der strengen Definition von Cocktail handelt es sich um einen Drink bis zu 6 cl Gesamtmenge, der aus mindestens zwei hochprozentigen Zutaten besteht, einem Shortdrink, dem die Zugabe von Bitter, ggfs. Fruchtsaft und einem aromatischen Likör Seele einhaucht. Cocktails treten in verschiedenen Spielarten auf: Als Before-dinner-Drink (trockene appetitanregende Mischungen), als After-Dinner-Drink (Dessertdrinks, Digestifs und Flips) und als Medium Cocktails, bei denen sich verschiedene Aromen aus Spirituose, Likör, Zuckersirup und Zitrone miteinander verbinden. Daneben haben sich über 30 Unterklassen gebildet - Champagnercocktail, Cobbler, Cup, Crusta, Daisy, Egg-nogg, Eyeopener, Fizz, Frappeé, Julep, Longdrink, Punch, Sling, Soda und Toddy - und wie die kleinen Verführer alle heißen.

    Grundregel für Anfänger

    Seit James Bond tobt die Diskussion: "Geschüttelt oder gerührt?" Auch wenn Schütteln deutlich effektvoller ist, - hier gibt es klare Regeln: Cocktails, die Sahne, Saft oder trübe Zutaten enthalten, werden mit wenig Eis im Shaker geschüttelt. Cocktails mit klaren Zutaten rührt man mit einem langstieligen Barlöffel im Rührglas und seiht den Inhalt dann in ein Trinkglas. Zutaten, die sich vollkommen unkompliziert mischen lassen, werden direkt im Trinkglas gerührt oder geschichtet. Eine Spielart ist das farblich attraktive Floating, wo die Ingredienzien zart in einander zerfließen. Im Mixer geblendet werden sahnige Cocktails, die besonders schaumig werden sollen.

    Voll im Trend - die Hausbar. Für Parties, blaue Stunden oder sich einfach mal was Gutes gönnen.

    Ein kluger Mann sagte einmal: Mit einer Grundausstattung aus Gin, Curacao Triple Sec oder Cointreau, trockenem und rotem Vermouth, Angostura Bitter, Orange-Bitter, Zitronen- und Orangensaft, Grenadinesirup, Soda, Tonic, Ginger Ale, Cola und Bitter Lemon lassen sich über 70 verschiedene Drinks mixen. Fügt man peu à peu Hochprozentiges wie Cognac, Brandy, Rum, Whisky, Wodka, zwei, drei aromatische Liköre, Obstwasser, Campari, Sekt und Champagner dazu, hat man eine veritable Hausbar für Profiansprüche. Doch vor dem Genuss steht die Lehre.

    Daher gibt's hier die sieben Bar-Gebote:

    1. Markenartikel oder No-Name-Produkt? Auch wenn sie preislich im höheren Segment liegt, empfiehlt sich die Marke, die geprüfte Qualität verspricht. Denn billige Spirituosen enthalten oft zu wenig Alkohol, ein guter Cocktail lebt aber erst auf, wenn er 40-45-Prozentiges zu spüren bekommt. Ein Grand Marnier cordon jaune (den man beim Diskounter erhält) basiert auf billigem Neutralalkohol. Ein Grand Marnier cordon rouge auf echten Cognac. Vive la difference!
    2. Sparen Sie genauso wenig an der Grundausstattung. In eine gepflegte Hausbar gehören Rühr- und Mixglas, Shaker, Standmixer, Rührlöffel, Sieb, scharfes Messer, Eiswürfelbehälter, -zange und -hammer, Ausgießer, Messbecher, Limettenstößel und Dekoration wie Strohhalme, Geisha-Schirmchen und Zahnstocher.
    3. Damit sich Cocktailgenuss entfaltet, muss das Glas stimmen: Cocktailglas mit Stiel für den Shortdrink, Tumbler und Whiskyglas für Mediums, hohes Glas für Longdrink, Sektschale für Champagnercocktails, Ballonglas oder Fancyglas für Tropical Longdrinks, Weißweinglas für Fizz und Crusta, Henkelglas für Punsch und Bowle, Schnapsglas für den Shooter.
    4. Ob Standard-Eiswürfel, Cracked Ice (die Holzhammermethode!), Crushed Ice (Im Eiscrusher zermahlen) oder Eisschnee (vom Eisblock geschabt) - jeder Cocktail steht auf ein anderes Frösteln!
    5. Bei Drinks, die ohne Eis zubereitet werden, die Gläser vorkühlen!
    6. Drinks im Shaker nur so lange schütteln, bis das Metall beschlägt, nie länger, sonst besteht die Gefahr der "Verwässerung".
    7. Der Anfänger hält sich am besten an die Klassiker und genau an die im Rezept angegebenen Mengenangaben und Mixverhältnisse, bevor er größere Fingerfertigkeit entwickelt und seine Kreativität gefragt ist.

    Wie wird ein Cocktail zum Klassiker?

    Ganz klar, er wird an den Bartheken und Restauranttischen rund um den Globus gerne und oft geordert. Jeder Barkeeper kennt ihn - ob in Singapur oder Bad Wildungen, die Zusammensetzung bleibt immer gleich - und dennoch kommt stets die persönliche Note des Hauses dazu. Ein Geheimnis, das wohl erst tief auf dem Grund des Glases gelüftet wird:

    Martini Cocktail
    Eiswürfel in ein Mixglas füllen, dazu 5 cl Gin und 1 cl trockenen Vermouth geben, mit dem Barlöffel kurz durchrühren, abseihen und mit einer ungefüllten Olive verzieren

    Manhattan
    Eiswürfel, 2,5 cl Whisky, 2,5 cl Vermouth, 1 Spritzer Angostura dazugeben, mit dem Barlöffel verrühren, durch den Strainer abseihen, dazu Cocktailkirsche

    Cuba libre
    Eiswürfel oder gestoßenes Eis als Basis, Saft einer halben Zitrone, 5 cl weißer Rum, 12 cl Coca Cola

    Auch an der Bar wechseln die Moden

    Jeder Barkeeper, der auf sich hält, kreiert für jede Saison einen Modecocktail, der einschlägt oder schnell wieder von der Karte verschwindet. Zu Trendcocktails, die dabei sind ein Klassiker zu werden, gehören zum Beispiel:

    Pink Peach
    2 cl Pfirsichlikör in einen Sektkelch gießen, 2 Spritzer Orange Bitter dazugeben, mit kaltem Rosésekt aufgießen, mit einer Zitronenscheibe garnieren.

    Frozen Bellini
    5 cl Champagner, 4 TL Pfirsichpüree, 3 cl Wodka, 3 cl Pfirsichlikör und 1 cl Läuterzucker im Blender mit wenig Crushed Ice frappieren und in einem hohen Longdrinkglas, mit Limettenspalte garniert, servieren.

    Love on the Beach
    Crushed Ice in ein Ballonglas geben. 3 cl Wodka, 2 cl Melonenlikör, 1 cl Grenadine, 6 cl Cranberrysaft, 6 cl Ananassaft im Mixer mit Eis mixen und in das Glas abseihen. Mit Melone und Sternfrucht verzieren

    Immer beliebter und nicht weniger lecker - die alkoholfreien Drinks

    Ohne Alkohol, dafür mit viel Fantasie und fruchtigen Zutaten zusammengemixt, braucht man den Kater am nächsten Morgen nicht zu fürchten:

    Strawberry Fields
    2 cl Erdbeersirup, 4 cl Birnensaft, 3 cl Zitronensaft, 6 cl Aprikosensaft über Eis in einem Shaker kurz und kräftig schütteln. In eine tiefe Cocktailschale auf gestoßenes Eis abseihen und mit kohensäurehaltigem Mineralwasser auffüllen. Mit Erdbeere und Sahnehaube verzieren.

    Cinderella
    1 cl Grenadine, 2 cl Kokosnuss-Sirup, 2 cl Sahne, 8 cl Orangensaft, 8 cl Ananassaft in einen Shaker geben und kräftig schütteln. Durch einen Barsieb in ein Longdrinkglas abseihen und mit Crushed Ice auffüllen. Fruchtspieß als Garnitur.

    Tropical Love
    5 cl Maracujanektar, 3 cl Sauerkirschnektar, 2 cl Ananassaft im Longdrinkglas verrühren und mit gut gekühltem Tonic Water auffüllen. Mit Ananasstück und Kirsche dekorieren.

    Greenland
    2 frische Minzblättchen gut hacken und mit gestoßenem Eis in ein Cocktailglas geben. 3 cl Pfefferminzsirup und 1 cl Zuckersirup mit 4 cl Zitronensaft dazugeben, mit kaltem Mineralwasser auffüllen und mit Limette und Strohhalm verzieren.

    Ladies, Gentlemen - Cheers!

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